Ashes of Creation: MMORPG-Projekt vor dem Aus?

Das ambitionierte Online-Rollenspiel Ashes of Creation sorgt derzeit für Schlagzeilen – allerdings aus den falschen Gründen. Nachdem das Spiel im Dezember letzten Jahres im Rahmen des Steam Early Access gestartet ist, schien der Traum vieler MMORPG-Fans endlich zum Greifen nah. Doch nur wenige Monate später steht das Projekt von Intrepid Studios offenbar vor einer existenziellen Krise. Negative Spielerbewertungen, massenhafte Kündigungen im Entwicklerteam und ein öffentliches Statement des Gründers zeichnen ein Bild des Zerfalls.

Negative Resonanz und ein Exodus im Team

Ein Blick auf die jüngsten Rückmeldungen der Community verrät bereits, dass Ashes of Creation einen schwierigen Stand hat. Wie die englischsprachige Presse berichtet, ist die Resonanz auf Steam gemischt, während die neuesten Bewertungen sogar als „größtenteils negativ“ eingestuft werden. Doch es sind nicht allein durchwachsene Kritiken, die das Projekt ins Wanken bringen. Viel gravierender sind die Nachrichten von massiven Entlassungen und einem dramatischen Personalwechsel im Studio.

Stein des Anstoßes war offenbar ein Wechsel in der Unternehmensführung. In einem persönlichen Statement, das im offiziellen Discord-Server geteilt und von mehreren Quellen bestätigt wurde, äußerte sich Steven Sharif, Gründer von Intrepid Studios und bisheriger Director des Spiels, zu den Geschehnissen:

„Die Kontrolle über das Unternehmen wurde mir entzogen, und der Vorstand begann, Maßnahmen zu ergreifen, denen ich aus ethischen Gründen nicht zustimmen konnte oder wollte. Daher habe ich mich entschieden, aus Protest zurückzutreten, anstatt meinen Namen oder meine Autorität für Entscheidungen herzugeben, die ich ethisch nicht vertreten kann. Nach meinem Rücktritt ist ein Großteil des Führungsteams zurückgetreten. Im Anschluss daran hat der Vorstand beschlossen, WARN Act Notices zu versenden und eine Massenentlassung durchzuführen.“

Dieses Statement hat Sharif unter anderem auf dem offiziellen Discord geteilt, wie TheGamer berichtet.

Rätselhafte Umstände um die Firmenleitung

Die Situation wird noch undurchsichtiger durch die Zusammensetzung des sogenannten „Boards“, das nach Sharifs Darstellung die unternehmensweiten Entscheidungen getroffen hat. Nach öffentlicher Recherche sollen nach kalifornischen Unternehmensregistern der Vorstand lediglich aus Sharif selbst und seinem Ehemann bestanden haben. Dies wirft Fragen auf, wie es innerhalb dieser engen Führung überhaupt zu einem derartigen Machtwechsel kommen konnte. Sharif betonte in seinem Statement, dass er derzeit aus rechtlichen Gründen keine weiteren Details veröffentlichen könne, stellte jedoch klar: „Die Entwickler und das Personal haben in gutem Glauben gehandelt und hätten Besseres verdient als die Unsicherheit, der sie jetzt ausgesetzt sind. Ich bin von der Situation zutiefst enttäuscht.“

Trotz der Unklarheiten bleibt eines offensichtlich: Das einst vielversprechende MMORPG-Projekt sieht sich existenziellen Herausforderungen gegenüber. Die laufenden rechtlichen und organisatorischen Probleme verhindern momentan eine umfassende Aufklärung der Hintergründe. Wer tiefer einsteigen möchte, findet Details und das vollständige Statement von Sharif im Artikel von TheGamer.

Blick in eine ungewisse Zukunft

Für die internationale Gaming-Community bedeutet dieser Einbruch ein herber Rückschlag – nicht nur für Unterstützer und Fans von Ashes of Creation, sondern auch für die Entwicklerinnen und Entwickler, die plötzlich vor einer unsicheren beruflichen Zukunft stehen. Während viele Details im Dunkeln bleiben, ist die Enttäuschung bei allen Beteiligten greifbar. Auch wenn Sharif betont, keine weiteren Details nennen zu können, zeigt der Vorfall, wie brüchig selbst vermeintlich solide Indie-Produktionen sein können.

Ob und wie Ashes of Creation eine Zukunft hat, dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten entscheiden. Bis dahin bleibt das Projekt ein warnendes Beispiel für die Risiken der Spieleentwicklung – vor allem, wenn interne Konflikte und unklare Unternehmensstrukturen die Oberhand gewinnen. Wer auf neue Informationen hofft, sollte die offiziellen Kanäle und Nachrichtenportale weiter aufmerksam verfolgen.

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