Artemis 2: Startvorbereitungen für NASAs historische Mondmission laufen auf Hochtouren

Während die NASA sich auf die erste bemannte Mondumrundung seit über fünfzig Jahren vorbereitet, spielt sich auf dem Weltraumbahnhof in Florida ein logistisch anspruchsvoller Wettlauf gegen Zeit und Wetter ab. Die Artemis-2-Mission, geplant als erste bemannte Reise zum Mond seit Apollo 17, steht unmittelbar vor einem entscheidenden Test: dem sogenannten “wet dress rehearsal”, bei dem die riesige SLS-Rakete (Space Launch System) vollständig betankt und auf einen simulierten Countdown vorbereitet wird.

Wegen ungewöhnlich eisiger Temperaturen, verursacht durch eine arktische Kaltfront, musste die NASA diesen wichtigen Meilenstein allerdings verschieben. Der geplante Tanktest ist nun für Montag, den 2. Februar, angesetzt. Die frühestmögliche Startgelegenheit für Artemis 2 verschiebt sich damit auf den 8. Februar, wobei im gesamten Februar aktuell nur noch drei Startfenster – am 8., 10. und 11. Februar – zur Verfügung stehen (Spaceflight Now).

Artemis 2 und Crew-12: Zwei Missionen, ein logistisches Geflecht

Nicht nur das Wetter, auch die Koordination zweier großer Raumfahrtmissionen stellt die NASA aktuell vor Herausforderungen. Fast zeitgleich mit Artemis 2 rückt der Start der SpaceX Crew-12 Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) näher. Durch die vorzeitige Rückkehr von Crew-11 aus medizinischen Gründen wurde Crew-12 im Kalender nach vorne gezogen. Ursprünglich war der früheste Start am 11. Februar vorgesehen, doch dieser ist nun abhängig vom Verlauf der Artemis-2-Testkampagne (Space.com).

Steve Stich, NASA-Manager des Commercial Crew Program, erläuterte die verschiedenen Szenarien: Gelingt Artemis 2 das Wet Dress Rehearsal und der darauffolgende Flugbereitschaftstest (Flight Readiness Review), könnte bereits am 8. Februar der Start erfolgen. In diesem Fall würde Crew-12 auf den 19. Februar verschoben. Sollte Artemis 2 nach dem Test doch noch einen Rückzieher machen müssen, käme Crew-12 frühestens am 13. Februar ins Spiel.

Ein weiterer Grund für die enge Abstimmung: Crew-12 und Artemis 2 teilen sich Ressourcen wie das Ankleidezimmer im Kennedy Space Center sowie militärische Bergungsschiffe, die bei Notfall-Landungen bereitstehen. Auch logistisch werden Startfenster, Personal und Infrastruktur zwischen den Teams akribisch abgeglichen, um Überschneidungen zu vermeiden.

Historische Mondumrundung: Astronauten und Ziele von Artemis 2

Im Mittelpunkt der Artemis-2-Mission steht die vierköpfige Crew: NASA-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch sowie Jeremy Hansen von der kanadischen Raumfahrtagentur. Ihr Flug mit der Orion-Kapsel wird rund zehn Tage dauern und sie bis in die Nähe des Mondes führen – ein Meilenstein, wie ihn die bemannte Raumfahrt seit 1972 nicht mehr erlebt hat (Spaceflight Now).

Die Crew-12-Mission, die eng mit Artemis 2 abgestimmt werden muss, startet derweil mit NASA-Astronauten Jessica Meir und Jack Hathaway, der europäischen ESA-Astronautin Sophie Adenot sowie dem russischen Kosmonauten Andrey Fedyaev zur ISS. Sie werden an zahlreichen wissenschaftlichen Experimenten teilnehmen, unter anderem an Studien zu menschlicher Physiologie in der Schwerelosigkeit und an Tests, die künftige Artemis-Missionen unterstützen sollen (Space.com).

Crew-12-Kommandantin Jessica Meir äußerte, dass sie sich auf die Möglichkeit freue, während eines Aufenthalts im All mit der Artemis-2-Crew zu sprechen, sollten sich die beiden Missionen zeitlich überschneiden.

Ausblick: Start in eine neue Ära der Raumfahrt

Mit den Vorbereitungen von Artemis 2 und Crew-12 steht die NASA an der Schwelle zu einer neuen Ära bemannter Raumfahrt. Trotz widriger Wetterbedingungen und komplexer Zeitpläne bleibt das Ziel klar: Die Rückkehr von Menschen zum Mond und die kontinuierliche Präsenz auf der Internationalen Raumstation. Die kommenden Tage werden zeigen, wie flexibel das Artemis-Programm auf die Herausforderungen reagieren kann und wann der ersehnte Start tatsächlich erfolgen wird.

Die Welt blickt gespannt nach Florida, wo sich entscheidet, wann das nächste Kapitel der Mondforschung beginnt. Aktuelle Entwicklungen zu den Tests und Startfenstern können unter anderem bei Space.com verfolgt werden.

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