Nach dem lang erwarteten Release von Borderlands 4 hatten viele Fans große Hoffnungen auf das neueste Kapitel der beliebten Loot-Shooter-Serie. Die Realität gestaltete sich für zahlreiche Spieler jedoch ernüchternd. Bereits zum Launch wurde das Spiel mit Performance-Problemen konfrontiert, und die Veröffentlichung für die Nintendo Switch 2 wurde ohne neuen Termin verschoben. Somit geriet der Start des Titels in eine Schieflage, die nun durch Unstimmigkeiten rund um den ersten kostenpflichtigen Zusatzinhalt weiter verstärkt wird.
Mit dem Launch des ersten Story-DLCs „Mad Ellie and the Vault of the Damned“ rückte das Thema Zusatzinhalte wieder in den Fokus – ein Bereich, der in der Borderlands-Reihe traditionell eine große Rolle spielt. Der neue DLC erschien in der vergangenen Woche zusammen mit einem größeren Titel-Update, das weitere Funktionen ins Spiel brachte. Inhaltlich begleitet die Erweiterung Ellie, die Tochter von Moxxi, auf einer Mission zur Zerstörung eines Alien-Monolithen und dem Eintritt in die sogenannte „Vault of the Damned“. Ergänzt wird das Paket durch einen neuen Vault Hunter namens C4SH the Rogue, frische kosmetische Inhalte, neue Gegnertypen, Waffen, Bosse und ein Gebiet mit dem Titel Whispering Glacier.
Unmut über Preis-Leistung und Umfang
Trotz, oder vielleicht gerade wegen der Bekanntheit der Serie, sorgte die Veröffentlichung des DLCs rasch für Unmut in der Community. In Foren wie Reddit häuften sich kritische Stimmen. Der Hauptkritikpunkt: Das Verhältnis zwischen Preis und gebotenem Inhalt. Der Zusatzinhalt kostet 29,99 US-Dollar, was laut vielen Spielern fast dem Preis eines vollwertigen Spiels nahekommt.
Ein Nutzer beschrieb, dass sich die neue Story-Erweiterung in etwa zweieinhalb Stunden absolvieren lässt – und das ganz ohne zu hetzen. Nur eine Mission des DLCs sei seiner Meinung nach wirklich erinnerungswürdig. Viele Stimmen äußerten, diese Dauer sei möglicherweise für günstigen Content zu verschmerzen, jedoch nicht für einen DLC, der beinahe 30 Dollar kostet. Fans zeigten sich enttäuscht, dass der Umfang nicht den Erwartungen gerecht wird, zumal Borderlands durch seine umfangreichen und oftmals sehr gehaltvollen Zusatzinhalte bekannt geworden ist. Dies führte zu einem deutlichen Stimmungsumschwung bei langjährigen Anhängern der Reihe (MP1st).
Verärgerung bei Besitzern der Super Deluxe Edition
Besonders verärgert reagierten auch Käufer der Super Deluxe Edition. Diese Version von Borderlands 4, die zum Launch für 130 US-Dollar angeboten wurde, umfasst den neuen DLC nicht. Ein Spieler brachte seinen Ärger so zum Ausdruck: „Habe die Super Deluxe gekauft und den Stone Demon kostenlos erhalten. Aber jetzt muss ich für DLC und C4SH extra zahlen. Ich werde nicht nochmal 32 US-Dollar für ein Spiel ausgeben, für das ich am Ende insgesamt 170 US-Dollar bezahlt habe.“ Die Frustration vieler Spieler konzentrierte sich vor allem darauf, dass nach einer derart hohen Anfangsinvestition weitere Kosten für neue Inhalte auf sie zukommen.
Einige Stimmen versuchten zudem, Entwickler Gearbox zu verteidigen. Sie verwiesen darauf, dass in Borderlands 3 Story-DLCs und neue Vault Hunter ebenfalls separat verkauft wurden. Dies könne den nun höheren Preis des neuen Zusatzpakets erklären. Dennoch blieb der Tenor vieler Nutzer, dass der Umfang der Erweiterung dem Preis schlicht nicht angemessen sei.
Blick nach vorn – Zwischen Kritik und Hoffnung
Trotz der aktuellen Kontroversen bleibt Borderlands 4 bei vielen Spielern beliebt. In Rezensionen wird weiterhin hervorgehoben, dass das Grundspiel viel Spaß mache und dem vertrauten Erfolgsrezept treu bleibe. Eine Rezension auf MP1st vergab zuletzt 8,5 von 10 Punkten und schrieb: „Borderlands 4 liefert genau das, was es verspricht: unzählige Stunden Spaß beim Gegner-Plätten und Loot-Sammeln in einem interessant genug erzählten Abenteuer.“
Wie Gearbox auf die anhaltende Kritik reagieren wird, bleibt abzuwarten. Viele Fans hoffen auf eine Anpassung der Preisstruktur oder inhaltliche Nachbesserungen in künftigen DLCs. Klar ist: Die Diskussion um Preis und Umfang digitaler Zusatzinhalte dürfte nicht nur Borderlands-Spieler weiter beschäftigen, sondern steht exemplarisch für aktuelle Entwicklungen in der Videospielbranche.