AMD-Aktie im freien Fall: Kurssturz, KI-Ernüchterung und neue Risiken in China

Die Aktie von Advanced Micro Devices (AMD) steht im Februar 2026 unter heftigem Druck. Nach der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen sackte der Kurs des US-Chipherstellers innerhalb eines Tages um 14 Prozent ab. Wenige Wochen zuvor war sogar ein Einbruch von 16,7 Prozent zu verzeichnen, der ein untertägiges Rebalancing von börsengehandelten Produkten (ETPs) auslöste (Investing.com Deutsch). Auch im längerfristigen Vergleich zeigt sich ein klarer Negativtrend: Seit dem 28. Januar haben Tech-Aktien insgesamt rund 830 Milliarden Dollar an Marktwert eingebüßt.

Die Entwicklung der AMD-Aktie ist Teil einer allgemeinen Rotation aus Technologiewerten. Viele Investoren sehen in den zuletzt explodierenden Kosten für Künstliche Intelligenz (KI) nicht mehr die erhofften Renditen. Nachdem die Erwartungen an AMD durch die KI-Euphorie hochgeschraubt wurden, folgte die Ernüchterung auf dem Fuß. Die Jahreszahlen zeigten zwar für 2025 einen deutlichen Anstieg beim Umsatz auf 34,6 Milliarden Dollar und einen mehr als verdoppelten Nettogewinn auf 4,3 Milliarden Dollar. Dennoch reichten diese Ergebnisse nicht aus, um die übersteigerten Hoffnungen zu erfüllen (Finanztrends).

Hohe Erwartungen an KI – und die Realität

Die KI-Offensive von AMD galt lange als Hoffnungsträger. Viele an der Wall Street hatten darauf gesetzt, dass das Unternehmen im boomenden Geschäft mit Künstlicher Intelligenz neue Marktanteile gewinnen könnte. Doch Analysten und Marktbeobachter wie Ben Barringer von Quilter Cheviot sehen die Sache inzwischen nüchterner. “AMD wird dafür bestraft, dass die Ergebnisse nicht außergewöhnlich genug waren”, zitiert Finanztrends den Experten.

Bereits bei den Zahlen für das dritte Quartal 2024 hatte AMD die Erwartungen für das Schlussvierteljahr nach unten korrigiert. Die am Dienstag gemeldeten Zahlen unterboten diese Aussichten sogar noch. Zwar fielen Umsatz und Gewinn im Rahmen der Prognosen aus, der Ausblick jedoch blieb verhalten. Die Umsatzprognose für das laufende Quartal wurde schwächer als erhofft formuliert. Besonders im wichtigen Datacenter-Bereich scheint das Wachstum laut Analysten zu stagnieren. Einige Experten führen das vergangene Umsatzwachstum vor allem auf Marktanteilsgewinne gegenüber Intel zurück, während der Abstand zum KI-Marktführer Nvidia sogar noch wächst (sharedeals.de).

Trotz des KI-Hypes ist der Optimismus bei AMD-Anlegern inzwischen stark gedämpft. Die Enttäuschung an den Börsen zeigt sich auch darin, dass die Aktie auf den tiefsten Stand seit November 2023 gefallen ist. Das Momentum bleibt laut Marktbeobachtern negativ, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.

Chinas Einfluss und die Unsicherheit für Investoren

Neben der Unsicherheit rund um KI-Entwicklungen sehen viele Anleger wachsende Risiken im internationalen Geschäft, insbesondere mit Blick auf China. Bislang konnte AMD zwar im abgelaufenen Jahr sowohl den Umsatz als auch den Gewinn steigern, doch die geopolitische Lage mit einem verschärften Wettbewerb und politischen Unsicherheiten in China bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Während Konkurrenten wie Nvidia global dominieren, könnte AMDs weiteres Wachstum durch Exportbeschränkungen oder regulatorische Maßnahmen in China gebremst werden. Auch wenn in den aktuellen Berichten keine konkreten China-bezogenen Kursauslöser genannt werden, ist das Thema in Analystenkreisen weiterhin präsent.

Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag zuletzt bei 4,17 US-Dollar und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 3,98 Dollar. Im Vorjahr waren es noch 3,31 Dollar gewesen (Stock-World). Dennoch reicht diese positive Überraschung nicht, um die Skepsis der Anleger zu zerstreuen.

Fazit: Gedämpfte Aussichten und offener Ausblick

Die AMD-Aktie steht aktuell für die Unsicherheit, die viele Technologiewerte an den Börsen prägt. Überzogene Gewinnerwartungen, eine abflauende KI-Euphorie und geopolitische Risiken – insbesondere in China – setzen den Kursen zu. Laut Analysten bleibt die Lage angespannt, weitere Kursverluste sind nicht ausgeschlossen.

Für Anleger bedeutet das: Der Markt befindet sich in einer Phase des Umbruchs. Wer auf eine rasche Erholung spekuliert, könnte enttäuscht werden. Die Zeiten der bedingungslosen Tech-Euphorie sind vorerst vorbei. Ob sich AMD mittelfristig behaupten kann, hängt nicht zuletzt davon ab, ob es gelingt, im KI-Markt nachhaltige Erfolge zu erzielen und geopolitische Risiken zu meistern. Die kommenden Quartale dürften entscheidend dafür sein, wie der Chipkonzern im internationalen Wettbewerb aufgestellt ist.

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