Ungewöhnliche Behauptung eines hohen US-Katastrophenschützers
Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA sieht sich derzeit mit einer kontroversen Aussage ihres ranghohen Mitarbeiters Gregg Phillips konfrontiert. Phillips, seit Dezember 2025 Direktor des FEMA-Büros für Reaktion und Wiederaufbau, behauptete in mehreren Podcasts, er habe sich in der Vergangenheit plötzlich und auf unerklärliche Weise in ein Waffle House teleportiert. Die ungewöhnliche Geschichte wurde zunächst von The Guardian und später auch von anderen Medien wie CNN aufgegriffen.
Während die Öffentlichkeit über die Plausibilität solcher Aussagen diskutiert, steht die FEMA unter Druck, sich von den privaten Erlebnissen ihres hochrangigen Beamten abzugrenzen und die Aufmerksamkeit auf ihre Kernaufgaben im Katastrophenschutz zu lenken.
Was genau hat Gregg Phillips behauptet?
Der Kern der Diskussion dreht sich um Aussagen, die Phillips in mehreren Podcast-Interviews machte. In einer Folge des Podcasts „Onward“ schilderte er ein Erlebnis, bei dem er sich angeblich gegen seinen Willen an einen anderen Ort versetzt fand. Wörtlich sagte Phillips: „Ich war mit meinen Jungs unterwegs, und ich sagte ihnen, dass ich zu Waffle House gehen werde. Am Ende war ich bei einem Waffle House in Georgia – und zwar 50 Meilen entfernt von dem Ort, an dem ich vorher war.“ Seine Begleiter hätten darauf reagiert, als sei das unmöglich: „Sie fragten, ‚Wo bist du?‘ und ich sagte: ‚Bei einem Waffle House.‘ Sie fragten: ‚Bei welchem?‘ Ich antwortete: ‚Waffle House in Rome, Georgia.‘ Und sie sagten: ‚Das ist nicht möglich, du warst eben noch hier.‘ Aber es war möglich. Es war real.“
Phillips beschrieb das Erlebnis als unfreiwillig und nicht angenehm: „Teleportieren macht keinen Spaß“, erklärte er. „Man weiß, dass es passiert, aber man kann nichts dagegen tun, also macht man einfach mit. Und wow, was für ein unglaubliches Abenteuer das alles war.“ Diese Schilderungen weisen darauf hin, dass Phillips seine persönlichen Erfahrungen zumindest teilweise als spirituell oder visionär einordnet.
Reaktionen und Kontext innerhalb der FEMA
Die Aussagen des 2025 berufenen Direktors der größten FEMA-Abteilung sorgten für Irritationen – nicht zuletzt, weil Phillips in der Vergangenheit auch mit anderen umstrittenen Behauptungen in Erscheinung trat. In weiteren Podcast-Auftritten äußerte er laut People.com bereits Verschwörungstheorien zur Corona-Pandemie und zur angeblichen Planung politischer Attentate durch Behörden.
Die FEMA reagierte auf Nachfragen der Medien mit Zurückhaltung. Gegenüber CNN erklärte die Behörde, die Anfragen zu Phillips’ Aussagen seien „so lächerlich, dass sie kaum einer Erwiderung bedürfen“. Sie betonte: „DHS, FEMA und Herr Phillips konzentrieren sich auf die wichtige Mission des Katastrophenschutzes und auf die Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung. Viele der angesprochenen Kommentare sind aus dem Zusammenhang gerissen oder spiegeln persönliche, informelle, teils humorvolle und spirituelle Gespräche wider, die vor seiner aktuellen Rolle stattfanden.“
Waffle House, die im Zentrum von Phillips’ Geschichte stehende Restaurantkette, ist in den USA eine Ikone, bekannt für ihre ständige Öffnung. In der Katastrophenschutz-Szene gilt sie sogar als Gradmesser: Schließt ein Waffle House wegen eines Sturms, ist das laut früherem FEMA-Leiter Craig Fugate ein Zeichen für besondere Schwere der Lage.
Teleportation im Licht der Wissenschaft und öffentlicher Debatte
Die Aussage eines Top-Katastrophenschützers, er habe sich teleportiert, sorgt nicht nur wegen ihrer Skurrilität für Diskussionen, sondern auch, weil das Thema Teleportation in der Populärwissenschaft aktuell erneut Aufmerksamkeit erhält. Wissenschaftsjournalistische Beiträge wie jener des BBC Sky at Night Magazine beleuchten das Phänomen teleportativer Reisen aus physikalischer Sicht eher humorvoll und warnen vor den tödlichen Folgen, sollte es technisch je möglich sein, sich etwa auf die Oberfläche des Planeten Venus oder in den Weltraum zu versetzen.
Im aktuellen Fall steht jedoch weniger die physikalische Machbarkeit im Vordergrund als die Frage, wie verantwortungsvoll und glaubwürdig hochrangige Amtsträger auftreten sollten. Gerade in einer Behörde, die im Krisenfall für Millionen Bürgerinnen und Bürger Entscheidungen trifft, werden private Überzeugungen oder Erlebnisse kritisch betrachtet.
Ausblick
Ob sich das Interesse an Gregg Phillips und seinen Teleportations-Erlebnissen rasch wieder legt, bleibt abzuwarten. Die FEMA hat deutlich gemacht, dass sie ihre Aufgaben weiterhin ernst nimmt und die persönlichen Aussagen ihres Mitarbeiters nicht als offizielle Position versteht. Die Öffentlichkeit wird dennoch genau verfolgen, wie die Behörde mit kontroversen Persönlichkeiten an ihrer Spitze umgeht – besonders in Zeiten, in denen der Katastrophenschutz häufiger denn je gefordert ist.
Der Vorfall wirft zudem die Frage auf, wie viel Privates aus dem Leben von Spitzenbeamten im öffentlichen Diskurs Raum einnehmen darf, ohne vom eigentlichen Auftrag der Institutionen abzulenken.