Ein historisches Börsendebüt rückt näher
Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat diese Woche erstmals konkrete Details zu seinem mit Spannung erwarteten Börsengang bekannt gegeben. Laut übereinstimmenden Berichten von CNBC unter Berufung auf Reuters informierte die Firma am Montagabend ihr Bankenkonsortium in einer virtuellen Sitzung über die nächsten Schritte. Besonders auffällig ist dabei das klare Bekenntnis zum Privatanleger: SpaceX will einen außergewöhnlich großen Anteil der Aktien für Kleinanleger reservieren – nach eigenen Angaben einen deutlich höheren als bei jedem bisherigen IPO.
Bret Johnsen, Chief Financial Officer von SpaceX, betonte die Bedeutung dieses Schritts und sagte laut zwei mit der Angelegenheit vertrauten Personen: „Privatanleger werden ein entscheidender Bestandteil – wichtiger als je zuvor bei einem Börsengang.“ Johnsen verwies darauf, dass Privatanleger und Unterstützer von Elon Musk das Unternehmen seit Jahren begleitet hätten. Dies wolle SpaceX nun besonders anerkennen.
Die Details der Allokation sind zwar noch nicht final beschlossen, aber das Signal ist deutlich: Nicht nur institutionelle Großanleger, sondern auch Privatpersonen sollen von Anfang an investieren können. Besonders bemerkenswert: Bereits im Juni plant SpaceX eine große Veranstaltung mit rund 1.500 ausgewählten Privatanlegern, um die Beteiligung weiter zu fördern.
Details zum Ablauf und internationaler Fokus
SpaceX arbeitet beim Börsengang mit einem weit verzweigten Konsortium von 21 Banken zusammen. Zu den führenden Bookrunnern gehören Morgan Stanley, Bank of America, Citigroup, JP Morgan und Goldman Sachs. Weitere 16 Banken sind in spezifischen Rollen etwa für institutionelle, private und internationale Investoren eingebunden. Wie Reuters berichtet, wird die Roadshow – bei der das Unternehmen und die Banken das Angebot potenziellen Investoren im Detail vorstellen – in der Woche ab dem 8. Juni starten. Am Vortag soll es ein Treffen mit den 125 wichtigsten Finanzanalysten geben, die das Angebot anschließend bewerten und einordnen.
Ein zentrales Ereignis: Am 11. Juni will SpaceX 1.500 Privatanleger zu einer eigenen Großveranstaltung begrüßen. Diese Maßnahme unterstreicht, dass die Beteiligung der breiten Öffentlichkeit kein Feigenblatt ist, sondern integraler Bestandteil des Börsengangs. Das Angebot soll dabei nicht nur für US-Investoren offenstehen. Auch Anleger aus Großbritannien, der EU, Australien, Kanada, Japan und Korea können sich beteiligen.
Wie hoch die endgültige Quote für Privatanleger ausfallen wird, ist noch offen. Laut Reuters strebt SpaceX-Gründer Elon Musk eine Allokation von bis zu 30 Prozent an – im Vergleich zu den üblichen fünf bis zehn Prozent bei klassischen Börsengängen eine radikale Erhöhung.
Die Veröffentlichung des Börsenprospekts ist für Ende Mai angekündigt.
Bewertung und Hintergründe
Mit einem kolportierten Emissionsvolumen von 75 Milliarden US-Dollar und einer möglichen Bewertung von bis zu 1,75 Billionen Dollar könnte der SpaceX-Börsengang neue Maßstäbe setzen. Die Bewertung ist dabei auch vor dem Hintergrund des Zusammenschlusses mit Musks KI-Startup xAI zu sehen, der im Februar 2026 stattfand. Die letzte firmeninterne Bewertung vor dem Zusammenschluss lag nach Angaben von Reuters bei 800 Milliarden US-Dollar. Mitarbeiter und frühe Investoren konnten bislang lediglich im Rahmen von halbjährlichen Tender-Angeboten Anteile verkaufen, da SpaceX seit fast 25 Jahren privat geführt wird.
Der Schritt an die Börse folgt einem Trend, bei dem immer mehr Technologieunternehmen versuchen, auch Kleinaktionäre gezielt einzubinden. SpaceX geht jedoch einen deutlichen Schritt weiter: Ein Lead-Underwriter aus dem Bankenkonsortium sprach gegenüber den anderen Banken von einer „noch nie dagewesenen“ Nachfrage und Allokation im Privatkundenbereich.
Ausblick
Mit der geplanten IPO-Struktur setzt SpaceX neue Maßstäbe in der US-Kapitalmarkthistorie. Die gezielte Ansprache von Privatanlegern, gepaart mit einer international offenen Zeichnung, könnte das Angebot zu einem der meistbeachteten Börsengänge dieses Jahrzehnts machen. Noch sind viele Details offen, insbesondere zur endgültigen Aktienzuteilung für Kleinanleger. Klar ist jedoch schon jetzt: Das Unternehmen rund um Elon Musk will die Dynamik der New Economy nutzen – und möglichst viele seiner Fans und Unterstützer auch auf Aktionärsebene am Aufbruch ins All beteiligen.
Alle Entwicklungen zum SpaceX-IPO werden in den kommenden Wochen weiter mit Spannung verfolgt. Die Veröffentlichung des Börsenprospekts Ende Mai wird weitere Einblicke bieten. Bis dahin bleibt die Frage, ob SpaceX mit seinem IPO tatsächlich ein neues Kapitel für Privatanleger aufschlägt – und wie die internationalen Märkte dieses Angebot aufnehmen werden.
Weitere Informationen finden Sie im Originalbericht von CNBC/Reuters.