Im Finale der Snooker-Weltmeisterschaft 2025 hat Zhao Xintong einen beeindruckenden Sieg gegen Mark Williams errungen. Die entscheidenden Sessions fanden am 4. und 5. Mai im Crucible Theatre statt. Mit einem komfortablen Vorsprung von 11–6 nach der ersten Session stellte Zhao früh die Weichen auf Sieg. Der 28-jährige Chinese setzte sich mit seinem offensiven und risikoreichen Spielstil durch und verwandelte das Endspiel gegen den dreifachen Weltmeister Mark Williams in eine Demonstration seiner Klasse. Besonders bemerkenswert war, dass Zhao trotz einiger Fehler bei den Potts einen deutlichen Vorsprung ausbauen konnte (Yahoo Sports).
Williams, mit 50 Jahren einer der erfahrensten Profis im Feld, konnte dem Druck nicht dauerhaft standhalten. Nachdem er in den Vorrunden keinen einzigen Saisonsieg verbuchen konnte und ihn zunehmend gesundheitliche Probleme, insbesondere die bevorstehende Linsenoperation, beeinträchtigten, blieb ihm diesmal der ganz große Wurf verwehrt. Die Finalpaarung Williams gegen Zhao galt schon im Vorfeld als Überraschung, da viele Experten andere Favoriten auf dem Zettel hatten.
Zhao Xintongs Weg zurück – zwischen Sperre und Triumph
Der Sieg Zhaos ist nicht nur sportlich bemerkenswert, sondern auch vor dem Hintergrund seines persönlichen Comebacks besonders bedeutsam. Erst seit September war Zhao wieder auf der Snooker-Bühne zu sehen – allerdings nicht auf der Main Tour, sondern auf der Amateur-Q-Tour. Seine Profikarriere war nach einem Skandal jäh gestoppt worden: Wegen seiner Verwicklung in einen Match-Fixing-Fall war ihm der Profistatus entzogen worden. Viele in der Snookerwelt hatten gezweifelt, ob er je zurückkehren könnte. Dass er nun mit einem klaren Sieg im Finale eine Antwort auf sportlicher Ebene geben konnte, wird als eine Art sportliche Rehabilitation gewertet. Die Medien sprachen bereits vor dem Endspiel von einer möglichen „Zeitenwende“ im Snooker (Yahoo Sports).
Auch im Halbfinale sorgte Zhao für Aufsehen: Im Duell gegen Ronnie O’Sullivan, vielfacher Weltmeister und Publikumsliebling, ließ er dem Engländer keine Chance und siegte mit großem Vorsprung. Die Art und Weise, wie er O’Sullivan förmlich deklassierte, wird vielen Fans und Experten in Erinnerung bleiben. Trotz einer noch nicht fehlerfreien Leistung gelang es ihm, sein Potenzial eindrucksvoll unter Beweis zu stellen.
Die Weltmeisterschaft im Wandel – neue Formate, neue Spieler
Das diesjährige Turnier war ein Spiegelbild des allgemeinen Wandels in der Snookerwelt. Während der klassische Modus der Weltmeisterschaft weiterhin auf großes Interesse stieß, stehen bereits neue Turnierformate mit deutlich radikaleren Regeln in den Startlöchern. Snooker-Ikone Ronnie O’Sullivan hat sich beispielsweise wenige Tage nach der WM für das neue Global Snooker 900 Championship angekündigt, das mit einem Preisgeld von 100.000 Pfund lockt. Die Veranstalter wollen mit veränderten Regeln und einem neuen Format einen frischen Impuls setzen (talkSPORT). Diese Entwicklung zeigt, dass der Snookersport aktuell zwischen Tradition und Innovation balanciert.
Auch auf Seiten der Sponsoren gab es Veränderungen. Die diesjährige Weltmeisterschaft wurde erstmals vom Software-Unternehmen Halo als neuem Titelsponsor unterstützt. Die Abkehr von bisherigen Sponsoring-Partnern steht sinnbildlich für die zunehmende Professionalisierung und Internationalisierung des Sports (Sportcal).
Fazit und Ausblick
Der Triumph von Zhao Xintong bei der Snooker-Weltmeisterschaft 2025 markiert einen besonderen Moment im internationalen Snooker. Nach einer Sperre wegen Match-Fixing und dem Restart auf Amateurebene gelang ihm der Sprung zurück an die absolute Spitze. Damit setzt er ein Signal, dass sportliche Klasse und Entschlossenheit auch nach Rückschlägen zum Erfolg führen können.
Die Snookerwelt bleibt im Wandel: Mit neuen Turnierformaten und wechselnden Sponsoren steht die Szene vor spannenden Zeiten. Doch zumindest in Sheffield, dem traditionsreichen Ort der Weltmeisterschaft, hat in diesem Jahr wieder der Sport selbst überzeugt – und mit Zhao Xintong einen verdienten Champion hervorgebracht.